1) Die schwierigen Anfangszeiten

 

Man kann sich in der heutigen Zeit kaum mehr vorstellen, unter welchen Bedingungen nach Kriegsende der Sportverein Lalling ins Leben gerufen wurde. Im Februar 1947 fanden sich ca. 30 Sportler auf Initiative der sportfreudigen Georg Lang im Gasthaus Dollmaier ein, um einen Sportverein zu gründen. Sie wählten Georg Lang zum Vorsitzenden.

In Handarbeit schufen die Lallinger an der Westseite der Ortschaft einen Sportplatz mit einer Spielfläche von 80 auf 43 Metern, wobei besonders der "Schreinerbäcker" und Bürgermeister Stadler große Verdienste sich erwarben. In vierwöchiger Handarbeit wurde der erste Sportplatz des gesamten Lallinger Winkels fertiggestellt. Auf diesem Sportplatz stand auch ein Telefonmast, der wiederholt dem Ball und den Spielern im Wege stand. Erster Trainer war Kreisklassenspieler Toni Eid aus Deggendorf. Im Deggendorfer Donauboten vom 6. April 1950 lasen wir:

"Leider war dem Verein das Glück auf diesem mit viel Schweiß erbauten Platz zu spielen nicht hold." Der Platz wies nicht die vorschriftsmäßigen Maße auf, so dass er gesperrt werden musste. Babette Dollmaier sorgte dafür, dass sich der Verein weiter entwickeln konnte. In drei Wochen mussten auf dem Grundstück an der Zuedinger Straße - heutiges Raiffeisengelände - in rastloser Tag- und Nachtarbeit 400m Erde bewegt werden, um ein Spielfeld von 95m Länge und 50m Breite entstehen zu lassen. Sportkamerad Anderl Niedermeier hat sich hierbei besondere Verdienste erworben. Er führte für ein Jahr nun auch als Vorstand die Geschicke des Vereins. Am 22. Januar 1950 wurde der Viehhändler Theo Brandl mit großer Mehrheit als Vorstand gewählt, berichtet der Chronist.

Am 19. August 1951 erlebte der Lallinger Winkel einen großen Festtag. Der SV Lalling feierte seine Fahnenweihe. Das Fest begann mit einem großen Fackelzug durch die Hofmark am Vorabend. Fahnenmutter war Katharina Salmannsberger aus Urding. Schirmherr Bürgermeister Stadler. H. H. Pfarrer Mühldorfer nahm die Weihe der neuen Fahne am Sonntag vor. Sportlich stand das Spiel FC Wacker München - 2. Division - gegen eine Auswahlmannschaft des Landkreises im Mittelpunkt. Die Gäste aus der Landeshauptstadt siegten mit 5:1. 1952 konnte nach einem 6:1 Sieg über Neuhausen die Herbstmeisterschaft der C-Klasse Deggendorf errungen werden. Der ganze Lallinger Winkel war stolz auf diese Mannschaft und die Spieler wurden von Bürgermeister Stadler hierfür besonders geehrt.

Jedoch konnte im Spieljahr 1952/53 die angestrebte Meisterschaft nicht eingefahren werden, da man in Deggendorf vor 600 Zuschauern das Entscheidungsspiel gegen den SV Edenstetten verlor. Als die Heimatvertriebenen nach und nach abzogen und die beiden Polizisten Fleder und Heigl, die dem letzten Endes den organisatorischen Rückhalt gaben, Lalling verließen, ging es mit dem Verein bergab. Im Jahre 1953 passierten einige recht unerfreuliche Dinge bei Verbandsspielen und der Sportverein wurde vom Landessportverband mit einer Strafe von 128 DM belegt. Dem Verein wurde die offizielle Spieltätigkeit bis zu Zahlung dieser Strafe strengstens untersagt, heißt es im Deggendorfer Donauboten von 12.06.1954. Es wurden nur "wilde Spiele" ausgetragen, da genügend junge begeisterte Fußballer zu Verfügung standen. Da aber die Bezahlung der Strafe eine Voraussetzung für den Spielbetrieb war, beantragte man beim Landessportverband eine Stundung dieser Strafe. Kassier Volkmer schreibt: "Obgleich genügen Fußballschuhe und Bälle vorhanden sind, die ein ordnungsgemäßes Training gewähren, konnte niemand das Geld für die Strafe aufbringen."