SVL Chronik
SV Lalling
Chronik (Stand Juli 2023)
Die schwierigen Anfangszeiten
Man kann sich in der heutigen Zeit kaum mehr vorstellen, unter welchen Bedingungen nach Kriegsende der Sportverein Lalling ins Leben gerufen wurde. Im Februar 1947 fanden sich 48 Sportler (hauptsächlich Heimatvertriebene) auf Initiative der sportfreudigen Lallinger Polizisten Flederer und Josef Heigl im Gasthaus Dollmaier ein, um einen Sportverein zu gründen. 30 davon wurden Gründungsmitglieder und wählten Georg Lang zum Vorsitzenden. Bei der einheimischen Bevölkerung musste der Verein erst Fuß fassen.
In Handarbeit schufen die Lallinger innerhalb von vier Wochen an der Westseite der Ortschaft einen Sportplatz mit einer Spielfläche von 80 auf 43 Metern, wobei sich besonders der „Schreinerbäcker“ und Bürgermeister Ferdinand Stadler große Verdienste erwarben. Auf diesem Sportplatz stand aber ein Telefonmast, der wiederholt dem Ball und den Spielern im Wege stand. Erster Trainer war Kreisklassenspieler Toni Eid aus Deggendorf. Im Deggendorfer Donauboten vom 6. April 1950 lasen wir:
„Leider war dem Verein das Glück auf diesem mit viel Schweiß erbauten Platz zu spielen nicht hold.“ Der Platz wies nicht die vorschriftsmäßigen Maße auf, so dass er gesperrt werden musste. Babette Dollmaier sorgte dafür, dass sich der Verein weiter entwickeln konnte. Im Herbst 1947 wurde mit dem Bau eines neuen Fußballplatzes auf dem Grundstück an der Zuedinger Straße, dem heutigen Raiffeisengelände, begonnen. Innerhalb von drei Wochen mussten in rastloser Tag- und Nachtarbeit 400m³ Erde bewegt werden, um ein Spielfeld von 95m Länge und 50m Breite entstehen zu lassen. Sportkamerad Anderl Niedermeier hat sich hierbei besondere Verdienste erworben. Er führte für ein Jahr nun auch als Vorstand die Geschicke des Vereins. Die Fertigstellung des neuen Sportplatzes erfolgte im Frühjahr 1948. Offiziell eingeweiht wurde dieser dann am 1. Mai 1949.
Am 22. Januar 1950 wurde der Viehhändler Theo Brandl mit großer Mehrheit zum Vorstand gewählt, berichtet der Chronist.
Am 19. August 1951 erlebte der Lallinger Winkel einen großen Festtag. Der SV Lalling feierte seine Fahnenweihe. Das Fest begann bereits am Vorabend mit einem großen Fackelzug begleitet von der Dorfjugend durch die Hofmark. Weckruf am Sonntag früh erfolgte durch die 17 Mann starke Blaskapelle. Fahnenmutter war Katharina Salmannsberger aus Urding und Schirmherr Bürgermeister Stadler.
Pfarrer Mühldorfer zelebrierte die Feldmesse und weihte die neue Fahne. Sportlich stand das Spiel des FC Wacker München (Regionalliga – heute 2. Bundesliga) gegen eine Auswahlmannschaft des Landkreises im Mittelpunkt. Die Gäste aus der Landeshauptstadt siegten mit 5:1. 1952 konnte nach einem 6:1 Sieg über Neuhausen die Herbstmeisterschaft der C-Klasse Deggendorf errungen werden. Der ganze Lallinger Winkel war stolz auf diese Mannschaft und die Spieler wurden von Bürgermeister Stadler hierfür besonders geehrt.
Am Ende der Saison 1952/53 lag man zwar mit dem SV Edenstetten gemeinsam an der Spitze, jedoch konnte die angestrebte Meisterschaft nicht eingefahren werden, da man in Deggendorf vor 600 Zuschauern das Entscheidungsspiel mit 1:2 verlor. Als die Heimatvertriebenen nach und nach abzogen und die beiden Polizisten Flederer und Heigl, die dem SVL letzten Endes den organisatorischen Rückhalt gaben, Lalling verließen, ging es mit dem Verein bergab. Im Jahre 1953 passierten einige recht unerfreuliche Dinge bei Verbandsspielen und der Sportverein wurde vom Landessportverband mit einer Strafe von 128 DM belegt. Dem Verein wurde die offizielle Spieltätigkeit bis zur Zahlung dieser Strafe strengstens untersagt, heißt es im Deggendorfer Donauboten von 12.06.1954. Es wurden nur „wilde Spiele“ ausgetragen, da genügend junge begeisterte Fußballer zu Verfügung standen. Da aber die Bezahlung der Strafe eine Voraussetzung für den Spielbetrieb war, beantragte man beim Landessportverband eine Stundung dieser Strafe. Kassier Volkmer schreibt: „Obgleich genügend Fußballschuhe und Bälle vorhanden sind, die ein ordnungsgemäßes Training gewähren, konnte niemand das Geld für die Strafe aufbringen.“
Die Wiedergeburt des SV Lalling
Als im Herbst 1958 Spenglermeister Albert Wenig die Strafe bezahlte, kam es zu einer Wiedergeburt des SV Lalling, der in der Spielzeit 1959/60 nach fünf Jahren Pause den Spielbetrieb in der C-Klasse Deggendorf wieder aufnahm. Federführend war in der nun folgenden Zeit Konrad Rinderer, der als Schriftführer und Jugendbetreuer vielen Talenten das ABC des Fußballsportes erlernte. Albert Wenig, Alfred (Adi) Weber und Konrad Rinderer nahmen sich intensiv um den Verein an und waren von nun an die Garanten dafür, dass es mit dem SV Lalling sportlich und auch finanziell aufwärts ging. Spieler aus den Nachbargemeinden Grattersdorf, Auerbach und Schaufling – dort gab es noch keine Sportvereine – stießen nun zur Lallinger Mannschaft.
Anfang der 60er Jahre führte Georg Schleghuber als Vorstand den Verein. Der sportliche Höhepunkt in den folgenden Jahren war immer das große Pokalturnier am 1. Mai, das Zuschauer in Scharen nach Lalling lockte. An dieser Stelle darf auch einmal an die Höhe des Mitgliedsbeitrags erinnert werden. In der Generalversammlung im März 1961 wurden 2 DM für aktive Mitglieder und 4 DM für passive Mitglieder als Jahresbeitrag festgelegt. 1963 schickte man das erste Mal eine Jugendmannschaft in den Spielbetrieb. Unter Trainer und 2. Vorstand Martin Polei feierten die Herren 1964 die C-Klassen-Meisterschaft und stieg das erste Mal in die B-Klasse auf, in der man sich leider nur eine Saison halten konnte.
Als wegen des zunehmenden Verkehrs der Platz an der Kreisstraße zu gefährlich wurde, stellte der Vereinswirt Dollmaier ein neues Grundstück zur Verfügung, das für 24000 DM zu einem neuzeitlichen Sportgelände ausgebaut wurde und bis zum Neubau des jetzigen Trainingsplatzes auch als Schulsportplatz genutzt wurde. Auch wurde für 6000 DM eine Flutlichtanlage installiert. Zuschüsse für die neue Sportanlage erhielt man von der Gemeinde 1000 DM, vom Landkreis 1500 DM und von der Regierung 7000 DM. Bespielbar war der neue Platz ab 1. Mai 1966.
Bischofkoadjutor Antonius Hoffmann weihte am 19. Juni 1966 anlässlich eines Seminartages der Alumnen in Lalling das neue Spielfeld. Am Festsamstag führte die Laienspielgruppe des Sportvereins vier Einakter im „Dollmaiersaal“ auf. Der Verein unter Führung von Vorstand Albert Wenig zählte 1966 160 Mitglieder und 3 Mannschaften (1. und 2. Herrenmannschaft sowie eine Jugendmannschaft) nahmen am Spielbetrieb teil. 1968 schaffte man zur Freude aller Anhänger unter dem Trainer Eduard Lallinger den Aufstieg in die B-Klasse. Man stieg in den Spielkreis Bayerwald um, da im schneereichen Winkel der Sportplatz viel später bespielbar sei, als in der Donauebene. In der neuen Spielklasse wehte ein scharfer Wind und man konnte trotz aller Anstrengungen den Abstieg nicht verhindern. Der schnelle Wiederaufstieg war nun das erklärte Ziel. Im Spieljahr 1969/70 spielte man in der C-Klasse Regen, wo man mit 30:6 Punkten hinter Rabenstein den 2. Platz belegte. Die 2. Mannschaft wurde zum ersten Mal Meister. Unter Trainer Rudi Steckel wiederholte man in der nächsten Saison diesen 2. Platz. Die Jugendmannschaft konnte ebenfalls einen großen Erfolg verbuchen. So konnte man 1970 unter Trainer Konrad Rinderer erstmals die Meisterschaft in der Sonderrunde Bayerwald erringen. Anfang der 70er Jahre vollzog der Verein unter Vorstand Albert Wenig eine wichtige Baumaßnahme. Keller-/Lagerräume (gegenüber der Raiffeisen) im Besitz von Hans Dollmaier wurden angepachtet und zu einer Umkleide-, Wasch und Duschanlage umgebaut. Die veranschlagten 12.000 DM Baukosten konnten aufgrund Eigenleistung, Geld- und Sachspenden sowie Zuschüssen auf 3.386 DM für den Sportverein gedrückt werden.
Der SV Lalling feiert 25. Geburtstag
1973 war für den Sportverein ein äußerst denkwürdiges und zugleich erfolgreiches Jahr. Zum einen konnte man unter Trainer Xaver Weber die Meisterschaft in der C-Klasse Deggendorf erringen und somit den Aufstieg in die B-Klasse, in der man sich dann drei Jahre halten konnte, feiern und zum anderen feierte man das 25-jährige Vereinsjubiläum. Die Deggendorfer Zeitung berichtet am 27. Juni: Mit viertägigen Festlichkeiten feierte man diesen Geburtstag. 30 Gastvereine kamen in den Lallinger Winkel. Über 84 Mitglieder wurden vom Verein für langjährige Treue geehrt. Schirmherr war Landrat Walter Fritsch und als Gäste konnte man MdL Heinrich Praml, Gruppenspielleiter Franz Schmid und Schiedsrichterobmann Rudolf Meinberger begrüßen. Alois Baier stiftete ein Denkmal für den Sportplatz (das „Stoamandl“ steht heute noch am Eingang). Der sportliche Höhepunkt war der Turniererfolg der Lallinger Meisterelf gegen die Nachbarn aus Auerbach, Grattersdorf und Schaufling. Zum Geburtstag konnte der durch Michael Sitzberger als Vorstand geführte Verein 192 Mitglieder vorweisen und schickte erstmals auch eine durch Lehrer Uli Seidl trainierte Schülermannschaft (heute: C-Jugend) in den Punktespielbetrieb.
Sportliches Auf und Ab in den 70ern und 80ern
Mitte der 70er Jahre wurde beim Sportverein verstärkt Augenmerk auf die Jugendarbeit gelegt. Während sich in den Jahren zuvor besonders Konrad Rinderer der jungen Fußballer annahm, wurde von Ulrich Seidel eine Schülermannschaft gegründet. Anton Dollmaier übernahm die Jugendmannschaft. Beide Teams konnten Meisterschaft bzw. Aufstieg feiern. Auch die erste Mannschaft schaffte unter Trainer Otto Baumann in der Saison 1977/78 den Aufstieg in die B-Klasse Deggendorf und versuchte dort an die Erfolge der legendären Elf zu Beginn der 70er (Lasa, Leitl, Mader, …), die von Xaver Weber trainiert wurde, anzuknüpfen. Die Sparte Volleyball wird 1978 durch Gebhard Schöffmann ins Leben gerufen. Die Volleyballmannschaft bestand vorallem aus Lehrern. Auch eine AH Mannschaft, geleitet von Schreiner Helmut, führten die Lallinger aufs Feld. Durch die Vielzahl an Mannschaften, den Schulsportbetrieb und tägliche Benutzung durch die Dorfjugend litt der einzige Fußballplatz und es war dringend ein zusätzlicher Platz von Nöten.
1980 übernahm Franz Bachinger das Amt des 1. Vorstandes, nachdem er zuvor als Trainer eingesprungen war. Ein Jahr später wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen. Zudem trug die Jugend ein Spiel gegen die Mannschaft aus Richmond (USA) aus. Der langjährige Schriftführer Max Duschl berichtete von einer Beitragserhöhung von 18 auf 24 DM. Jugendliche bezahlten 12 DM und Schüler 6 DM jährlich. Außerdem überschritt man 1983 erstmals die Grenze von 200 Mitgliedern. Unter Trainer Albert Müller gelang 1983 wieder einmal der Aufstieg in die B-Klasse Deggendorf, in der man sich dann fünf Jahre halten konnte. Trainer Helmut Zarte errang 1986 den 4. Platz in der B-Klasse, die bis dahin beste Platzierung einer Lallinger Elf. Die Mannschaft der Volleyballer spielte 1984 erstmals in der Verbandsrunde mit und erreichte auf Anhieb den dritten Platz. Man konnte sich sogar fünf Jahre in der Kreisliga behaupten.
Ein anderes Ziel wurde Mitte der 80er Jahre verwirklicht, nämlich die Entstehung der Schulsportanlage. Große Verdienste erwarben sich hierbei der damalige Grundstückseigentümer Hans Dollmaier, Vorstand Franz Bachinger und Gemeinderatsmitglied Uli Seidl, die erkannten, dass die Fußballjugend einen ordentlichen Platz benötigt, um sich weiterentwickeln zu könne. Gerade rechtzeitig zum 40-jährigen Gründungsfest 1987 konnte der neue Platz bespielt werden. Eine Auswahlmannschaft aus den Nachbarvereinen Lalling, Schaufling, Grattersdorf und Auerbach trat hierbei gegen die damalige Landesligaelf des SC Zwiesel an. Man zog sich mit einer 1:3-Niederlage achtbar aus der Affäre. Die Maß Festbier kostete beim Gründungsfest 5,30 DM.
Die „Goldenen Neunziger“
Während sich die erste Mannschaft 1988 von der B-Klasse verabschiedete, übernahm Hans Straßer als Manager die Reservemannschaft. Von nun an fuhr die „Zweite“ eine Meisterschaft nach der anderen ein. Auch die Jugendarbeit wurde unter Vorstand Walter Ranzinger forciert. Man drang hier unter den Trainern Albert Müller, Oswald Rudi und Siegfried Straßer (I und II) bis in die Kreisliga vor, wo man 1991 sogar Vizemeister wurde.
In der Vorstandschaft fand im Jahre 1992 ein Generationenwechsel statt. Walter Ranzinger gab sein Amt ab, ebenso verabschiedete sich der langjährige Kassier Alfred „Adi“ Weber. Fast 30 Jahre war „Brocher Adi“ täglich für seinen Verein da. Neben seiner Hauptaufgabe Kassier war er Jugendleiter, Ball- und Gerätewart sowie Betreuer der 1. und 2. Mannschaft. Als Nachfolger wählte man Konrad Weber zum neuen Kassier. Zum neuen 1. Vorstand wurde Lehrer Siegfried Klampfl gewählt. Otto List wurde Stellvertreter und Klaus Appl blieb Schriftführer. Dieses Amt hatte er bereits 1989 übernommen, welches vorher fast 20 Jahre Max Duschl beispielhaft ausführte. Außerdem stellte sich Rudi Oswald als Jugendleiter zur Verfügung. Es sollte eine sportlich sehr erfolgreiche Zeit unter der Ära Klampfl folgen. Ein wichtiger Baustein für die Zukunft wurde außerdem durch die Gründung der Sparte Kinderturnen gelegt, welche 1992 von Erdmute Fischer gegründet und geleitet wurde.
Dass eine gute Jugendarbeit die Basis für den Erfolg im Seniorenbereich bildet, davon hatte man beim SV Lalling schon was gehört. Aber man glaubte nicht unbedingt daran. Die Realität sollte alle eines Besseren belehren. Innerhalb von fünf Jahren schaffte man den Durchmarsch von der C-Klasse in die Bezirksliga – und das überwiegend mit Eigengewächsen. Trainern wie Helmut Zarte, Günther Sitzberger und Frank Schlichenmaier gelang es die anfangs oft ungestüme Energie der Jugend in erfolgreiche Bahnen zu lenken. Vereinsurlaub, Trainingslager und Feiern taten ihr übrigens dazu, um aus Einzelkämpfern eine verschworene Gemeinschaft zu machen.
Aber der Reihe nach: Die Elf von Trainer Helmut Zarte konnte sich am letzten Spieltag noch in die Spitzengruppe schieben. Da die drei Mannschaften FC Deggendorf, SpVgg Stephansposching und der SV Lalling punktgleich waren, mussten Entscheidungsspiele um die Meisterschaft her. Deggendorf setzte sich gegen Stephansposching durch und so kam es am Donnerstag, 3. Juni 1993 zum entscheidenden Spiel um die Meisterschaft. Vor 700 Zuschauern stürmten die „roten Teufel“ aus Lalling mit einem 4:0 Sieg in den B-Klassen-Himmel, so stand es in der Presse. Stürmer Roland Rothmeier erzielte dabei drei Tore.
Nach dem dritten Platz 1994 schaffte man unter Spielertrainer Frank Schlichenmeier den bis dahin größten Erfolg in der Vereinsgeschichte, wurde am vorletzten Spieltag 1995 Meister in der B-Klasse und stieg erstmals in die A-Klasse (der heutigen Kreisliga) auf. Bei diesem 2:1 Heimsieg gegen die SpVgg Mariaposching hatten es die letzten fünf Minuten in sich. Der Gast erzielte das 0:1, ehe Schlichenmeier in der 87. Minute ausglich. In der Nachspielzeit erzielte Lothar Bail den vielumjubelten Siegtreffer. In den 90er Jahren nahmen außerdem erstmals D-, E- und F-Jugend-Mannschaften beim SV Lalling am Spielbetrieb teil und man legte den Grundstein für eine sehr gute Jugendarbeit.
Vor allem dank der Sparte Kinderturnen und der verstärkten Jugendarbeit im Verein konnte man 1996 erstmals über 300 Mitglieder vermelden. Im ersten A-Klassen-Jahr fand man sich sehr gut zurecht und wurde Dritter. Die Reserve konnte die Meisterschaft feiern. Doppelmeisterschaft konnte dann 1997 gefeiert werden. Beide Mannschaften standen an der Tabellenspitze und erstmals stieg man in die Bezirksliga auf. Die Mannschaft um Kapitän Rudi Oswald und Spielertrainer Frank Schlichenmeier, der auf dem Meisterstuhl Platz nehmen durfte, überreichten somit dem Verein das perfekte Geschenk zum 50jährigen Vereinsjubiläum mit Fahnenweihe. Es war zu lesen, dass man besonders stolz auf die Kameradschaft und den Zusammenhalt sei und außerdem, dass sich der Erfolg auch ohne Bezahlung der Spieler einstellt. Unter der Schirmherrschaft von Altbürgermeister Xaver Reitberger und der Leitung von Festausschussvorsitzendem Franz Bachinger feierte man gemeinsam mit Fahnenmutter Elisabeth Dollmaier und dem Patenverein DJK Grattersdorf drei Tage lang ein wunderbares Fest.
Den Zuschauern wurden in den vier Jahren Bezirksliga wahre Fußballkrimis und auch –feste geliefert. Der größte Erfolg war der 4. Platz in der Saison 1998/1999. Nach dieser Saison beendete Erfolgstrainer Frank Schlichenmeier sein Engagement in Lalling. Unter Trainer Kaufmann Max wurde man Fünfter und die zweite Mannschaft errang unter Trainer Peter Baranski einen hervorragenden zweiten Platz in der aufstiegsberechtigten A-Klasse Osterhofen. Des Relegationsspiel gegen die SpVgg Mariaposching verlor man in Neuhausen äußerst unglücklich mit 2:3. Im Jugendbereich stellten sich die ersten Meisterschaften ein. Besonders hervorzuheben ist hier die Kreisliga-Meisterschaft der C-Jugend in der Saison 2000/2001 unter Trainer Hans Straßer, welches zum Entscheidungsspiel gegen den FC Büchlberg um den Aufstieg in die Bezirksoberliga berechtigte.
Der SVL im neuen Jahrtausend: Geburt einer neuen Sportstätte
Neben den sportlichen Erfolgen drehte sich Ende der 90er / Anfang der 2000er Jahre sehr vieles um die Überlegungen eines neuen Fußballplatzes und der damit verbundenen Standortfrage. Treffend erkor Vorstand Siegfried Klampfl als Modewort des Jahres 2002 nicht „Teuro“ sondern „Standort“. Nach langwierigen Standortdiskussionen kaufte die Gemeinde das Grundstück neben/oberhalb des Schulsportplatzes. Dabei kam Eigentümer Hans Dollmaier der Gemeinde sehr entgegen. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung 2004 wurde eine Darlehensaufnahme in Höhe von 60.000,- EUR beschlossen, der Auftrag zum Bau des neuen Platzes an die Fa. Majuntke vergeben und ein Bauausschuss bestimmt. Der offizielle Spatenstich erfolgte am 28. Mai 2004. Tags darauf siegte man zuhause gegen den TSV Hengersberg mit 3:0 und stieg zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte in die Bezirksliga auf. Das Trainerteam Kröll Günther / Raster Horst trug sich somit in die Geschichtsbücher ein. Auch die A-Jugend unter Trainer Siegfried Straßer (Deggendorf) und die C-Jugend unter Trainer Markus Heining wurden Meister und so feierte man gemeinsam diesen Dreifacherfolg.
Highlight des Jahres 2005 war dann der 2:0 Derbysieg gegen den SV Auerbach vor über 1000 Zuschauern auf der neuen Lallinger Sportanlage. Offiziell eingeweiht wurde der Platz dann im Rahmen des Heimatfestes 2006, bei dem allen Helfern und Arbeitern für Ihren großen Einsatz im Zuge des Sportplatzbaus gedankt wurde. Aufgrund starker Eigenleistung konnte das Projekt mit Kosten in Höhe von 122.000 EUR geschultert werden. Besondere Verdienste beim Bau erwarben sich hier Helmut Stadler und Otto List. Der Verein ist und wird den hart schuftenden Männern, die diese wundervolle Sportanlage erschaffen haben, auf Ewig dankbar sein.
2007 musste man leider von der Bezirksliga nach dreijähriger Zugehörigkeit wieder absteigen. Die zweite Mannschaft holte sich in der A-Klasse unter Trainer Siegfried Straßer (Deggendorf) die Vizemeisterschaft. Als einschneidendes Ereignis 2007 darf getrost das Ende der Ära Klampfl/Appl/Weber angesehen werden. 15 Jahre lang führten diese besonderen Menschen den Verein und können wahrlich Großes vorweisen: Aufstieg von der C-Klasse in die Bezirksliga (davon 7 Jahre Bezirksliga und 5 Jahre Kreisliga), Steigerung der Mitgliederzahl von 200 auf 545, 50jähriges Gründungsfest 1997 sowie Sportplatzbau mit Einweihung 2006. Großartige Leistungen, die in die Geschichte eingegangen sind und nicht vergessen werden. Der Verein hat Siegfried Klampfl, Klaus Appl und Konrad Weber sehr vieles zu verdanken. Sie haben den Verein entscheidend geprägt. Im Jahre 2006 durfte Siegfried Klampfl in Ingolstadt den DFB Ehrenamtspreis aus den Händen vom damaligen DFB Präsidenten Dr. Theo Zwanziger entgegennehmen.
Die neue Führungsmannschaft wurde wie folgt gewählt: Markus Heining (1. Vorstand), Hans Straßer (2. Vorstand), Horst Biebl (Kassier) und Stephan Straßer (Schriftführer). Rüdiger Zollner beerbte Markus Heining als Jugendleiter. Fußballabteilungsleiter wurde Vereinslegende Lothar Penn. Man ging sogleich eifrig ans Werk und sorgte dafür, dass der Trainingsplatz eine neue Flutlichtanlage erhielt. In gleichem Atemzug installierte man eine Bewässerungsanlage und sanierte den Trainingsplatz. Um den Schuldenabbau voranzutreiben, komplettierte man die Bandenwerbung um den neuen Fußballplatz herum. Auch eine grundlegende Aktualisierung der Satzung in 2008 war von Nöten. Sportlich ließ vor allem die AH von sich hören. So konnte man zweimal die Meisterschaft in der Bezirksliga Ost einfahren (2008 und 2010). Von 2009 bis 2011 konnte man eine Mädchenmannschaft stellen, die von Jugendleiter Zollner betreut wurde. Erstmals durfte der Verein 2010 ein Relegationsspiel ausrichten. Trotz tagelangen Regenfällen war der neue Platz perfekt bespielbar. 2011/2012 kam es wieder zu Änderungen in der Führungsriege. Helmut Duschl beerbte Horst Biebl als Kassier, Lothar Penn Hans Straßer als 2. Vorstand und Christian Geiß Stephan Straßer als Schriftführer, der nun Abteilungsleiter war.
Das Jahr 2012 ging als schlimmstes Jahr in die Geschichtsbücher ein. Grund war nicht der Abstieg der 1. Mannschaft, die nach 17 Jahren Kreisliga bzw. Bezirksliga wieder in die Kreisklasse musste (nach verlorenem Relegationsspiel gegen Niederalteich in Winzer), sondern der Tod des jungen Spielers Matthias König auf dem Lallinger Fußballplatz. Schockstarre in und um Lalling und Absage des Sommerfestes.
Im Jahr darauf gab es wieder positivere Dinge zu berichten. Erstmals wurde der Verein mit dem Gütesiegel des BFV, der „silbernen Raute“ ausgezeichnet. Außerdem richtete man wieder ein Relegationsspiel aus, bei dem man für die Hochwasseropfer sammelte und so 2.000,- EUR an die Geschädigten in Niederalteich überreichen konnte. Die im Besitz der Gemeinde befindliche Fun-Arena wurde mit einem Kunstrasen ausgestattet. Erstmals richtete man 2014 ein Sonnwendfeuer an, welches hunderte von Gästen anlockte. Außerdem konnte Heining berichten, dass man die Schulden vom Platzbau und der Installation der Flutlichtanlage fünf Jahre früher als geplant getilgt habe und somit schuldenfrei sei.
Konnte man 2013 noch den 4. Platz in der Kreisklasse erreichen, so verbrachte man die nächsten Jahre damit, eher nach unten als nach oben in der Tabelle zu schauen. 2016 schrieb die 2. Mannschaft Geschichte. Zum vierten Mal hintereinander wurde man Meister der Kreisklasse Reserverunde. Hier zeichnete vorallem Trainer Richard Zitzelsberger verantwortlich. Man beschäftigte sich noch intensiver mit der Jugendarbeit und zwischenzeitlich hatte man bis zu neun Juniorenteams im Spielbetrieb. Des Öfteren wurde das DFB Mobil nach Lalling geholt, man beteiligte sich jährlich am Ferienprogramm der Gemeinden und lotste mehrmals die Hans-Dorfner-Fußballschule in den Winkel.
Erste Ideen über einen Vereinsheimneubau entstanden und Vorstand Heining sprach in der Jahreshaupversammlung 2017 von einem Traum, den er verwirklichen möchte. Die Planungen wurden intensiviert und alle Vorbereitungen getroffen. Derweil sicherte sich die 1. Mannschaft in zwei nervenaufreibenden Relegationsspielen um den Verbleib in der Kreisklasse (gegen March in Bischofsmais und gegen Thannberg in Schöfweg) diesen. Außerdem wurde dem Verein die „Goldene Raute“ verliehen.
Besonderes gab es über das Jahr 2019 zu berichten. So durfte man wieder einmal ein Relegationsspiel ausrichten, die Hans-Dorfner-Schule war wieder in Lalling und die erfolgreiche D-Jugend qualifizierte sich für die Teilnahme beim Allianz-Juniors-Cup im Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern München. Dies war ein unvergessliches Wochenende für die Kinder und auch für die am Sonntag mit dem Bus angereisten Fans. Im November diesen Jahres stellte Heining in der Versammlung die Pläne zum Bau des Vereinsheims vor und zeigte die Finanzierung auf. Sehr zur Freude aller stimmte man einstimmig für den Neubau.
Die Coronapandemie brachte dann das Vereinsleben zum Erliegen. In 2020 und 2021 fanden keine Vereinsfeste statt und sportliche Aktivitäten (Fußball, Kinderturnen/-tanzen und Volleyball) nur sehr selten in guten und erlaubten Phasen. Man konzentrierte sich auf den Vereinsheimneubau. So beging man am 25. September 2020 den offiziellen Spatenstich, wobei der Baubeginn schon am 20. August erfolgte. 140 ehrenamtliche Helfer schafften in insgesamt 5600 Arbeitsstunden das schier Unglaubliche, dass das Vereinsheim nach nur 10 Monaten Bauzeit wieder bezugsfertig war. Die Spendenbereitschaft war überwältigend und auch die beiden Gemeinden Lalling und Hunding unterstützten finanziell kräftig. Den größten Anteil schoss der BLSV zu. Nebenbei stellte man das Flutlicht am Trainingsplatz noch auf stromsparendes LED Licht um und heimste 85% Förderung ein. Beim Helferfest am 6. Mai 2022 feierten sich alle Helfer gegenseitig und am 7. Mai 2022 weihte man das neue Vereinsheim umrahmt von Gemeindereferent Helmut Schiermeier offiziell ein. Ein Traum wurde Wirklichkeit. Von den tatsächlichen Kosten in Höhe von 640.000 EUR verblieben beim Sportverein 175.000 EUR, was angesichts dieses Projekts unglaublich positiv zu bewerten ist.
Im April 2022 stellten 2. Vorstand Lothar Penn, Kassier Helmut Duschl Ihre Posten zur Verfügung und traten verständlicherweise nicht mehr an. Der Verein ist Ihnen zu großem Dank verpflichtet. Vorallem Kassier Helmut Duschl, der über viele Jahre die Buchhaltung des Vereins und die Steuererklärungen erledigte ist nicht genug zu danken. Spartenleiter Richard Zitzelsberger trat auch nicht mehr an und konnte auf viele Jahre zurückblicken, in denen er dem Verein viel Positives gegeben hat. Neuer 2. Vorstand wurde Thomas Geiger, Kassier wurde Andreas Stangl und Abteilungsleiter Simon Stockbauer.
Im selben Jahr veranstaltete man in Gedenken an Matthias König einen Benefiztag, wobei hier das Spiel der 1. Mannschaft gegen den Bayernligisten SV Schalding-Heining der Höhepunkt war. Den ganzen Tag war ein abwechslungsreiches Programm geboten und man konnte in der Endabrechnung dem Herzzentrum München einen Scheck in Höhe von 23.000 EUR überreichen. Als Patenverein standen wir dem DJK Grattersdorf zum 50jährigen Vereinsjubiläum parat und ein Festausschuss für das eigene 75jährige Vereinsjubiläum wurde gegründet. Als Festausschussvorsitzender wurde 2. Vorstand Thomas Geiger auserwählt.
Sportlich wurde man nach langer Zeit wieder in den Bayerwald versetzt. In der Kreisklasse Regen fühlte man sich pudelwohl und wurde in der Endabrechnung Vizemeister. In der Aufstiegsrelegation konnte man sich in Seebach gegen den SV Neuhausen leider nicht durchsetzen. Vorallem die Jugendmannschaften machten in den letzten Jahren auf sich aufmerksam und die vorbildliche Jugendarbeit unter den beiden Jugendleitern Konrad Lallinger und Helmut Riedl zusammen mit den vielen herausragenden Jugendtrainern ist derzeit das Aushängeschild des SV Lalling. Meisterschaften bzw. sehr gute Platzierungen fuhr man in den letzten Jahren in Kreisklassen und Kreisligen ein. Diesen Weg geht man schon sehr lange und man wird ihn auch so weitergehen, denn dann braucht sich der SV Lalling um die Zukunft keine Sorgen machen. Die derzeit 785 Mitglieder bedeuten zudem Vereinsrekord.
In Vorbereitungen zum 75jährigen Vereinsjubiläum fuhr man am 20. Januar 2023 nach Grattersdorf zum Patenbitten. Bei knapp 200 Gästen meisterte man die Aufgaben und konnte sich die Patenschaft der DJK Grattersdorf erbitten. Auch das Schirmherrenbitten am 8. Juli 2023 bei Bürgermeister Michael Reitberger war erfolgreich und so darf man von 11. bis 14. August 2023 (aufgrund Corona ein Jahr später als ursprünglich geplant) das 75 jährige Vereinsjubiläum feiern.
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